Kulturhaus Mestlin

Das Kulturhaus von 1953 in Mestlin bei Schwerin
vor den über mehrere Jahre laufenden Sanierungsabschnitten
(in Partnerschaft mit AHB).

Unser Büro ist bereits seit 2010 durchgängig und mit allen HOAI-Leistungsphasen in Partnerschaft mit AHB am Projekt “Komplettsanierung Kulturhaus Mestlin” für den Verein Denkmal Kultur Mestlin e.V. und die Gemeinde Mestlin tätig; unsere Ansprechpartnerin auf Seiten des Vereins war lange Zeit die Vorsitzende Claudia Stauß.

Mestlin ist ein kleiner Ort in Mecklenburg-Vorpommern. Er liegt östlich von Schwerin. Das Kulturhaus ist mit Blick auf die Vergangenheit der DDR als “Denkmal nationaler Bedeutung” eingestuft worden.

Es wurde in den Jahren 1953-57 erbaut als Kernstück des dort von der SED-Führung projektionierten sozialistischen Musterdorfes. Neben dem Kulturhaus besteht das Ensemble noch aus dem Aufmarschplatz, der Schule, dem Landambulatorium, dem Kindergarten, sowie mehreren Wohn- und Geschäftshäusern. Als einziges fertiggestelltes von zahlreichen geplanten Musterdörfern in der ehemaligen DDR steht die Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Das Kulturhaus ist ein zweigeschossiger Putzbau im Stil des Neoklassizismus mit einem hohen Walmdach und einem Sockelbereich mit Sandsteinbekleidung. Mit einer Grundfläche von etwa 57 x 28 Metern und knapp 20 Metern Höhe dominiert es das Mestliner Ortsbild.

Nach der politischen Wende und der zwischenzeitlichen Nutzung als Disco setzten Leerstand ab 1990 und fortschreitender Verfall dem Kulturhaus zu. Im Jahr 2000 wurde das imposante Dach des Gebäudes saniert, allerdings dauerte es noch weitere acht Jahre bis mit der Gründung des Vereins Denkmal Kultur Mestlin e. V. langfristig Bewegung in die Sanierung des Gebäudes kam. Seit 2010 pachtet der Verein das Kulturhaus, um dort wieder eine kulturelle Nutzung zu etablieren.

2011 erfolgte die Einstufung des Kulturhauses als Denkmal von nationaler Bedeutung.

Zeitgleich kam der erste Kontakt zu der ARGE Historische Bauten zustande. In mehreren Bauabschnitten wurden seither Baumaßnahmen umgesetzt, die auch für die Nutzung von großer Bedeutung sind.

Für sein Engagement erhielt der Verein Denkmal Kultur Mestlin e. V. 2017 den Deutschen Preis für Denkmalschutz für sein langjähriges Wirken in einer strukturschwachen, ländlichen Region – ehemaliges DDR-Musterdorf – mit dem er nicht nur das bauliche Erbe sichere und instand setze, sondern vor allem die Nutzbarmachung und den Kulturbetrieb in den Fokus stelle. Mit diesem ganzheitlichen Einsatz – stets in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege – habe der Verein einen Leuchtturm unter den Denkmalobjekten aus der DDR-Zeit geschaffen.

Abhängig von den in jährIichen Abschnitten verfügbaren Fördermitteln (im Wesentlichen aus Denkmalpflege”töpfen” des Landes, des Bundes und der EU) wurden inzwischen Bauteile restauriert, Elemente hinzugefügt und Gutachten erarbeitet, um Zwischennutzungen vor einer abschließenden Gesamtsanierung zu ermöglichen, unter anderem:

  • Überarbeitung aller Saalfenster mit Ergänzung um wärmedämmende Wintertüren:

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  • Einbau einer neuen WC-Anlage am alten Standort im Untergeschoss mit Einbau eines Behinderten-WCs im Erdgeschoss,
  • Bau einer rollstuhlgerechten Außenrampe zur barrierefreien Erschließung der Säle im Erdgeschoss,
  • Gutachten zur Restaurierung des Außenputzes,
  • Umsetzung des Putzgutachtens an einer Musterfläche an der Südfassade,
  • Erarbeitung eines genehmigten Brandschutzkonzeptes (Büro Dr. Geburtig, Weimar),
  • Umsetzung: Einbau eines stripe-coil-Brandschutzvorhangs und von Schließvorrichtungen an den Foyertüren,
  • Bestandsaufnahme der technischen Ausstattung,
  • Komplettrestaurierung der Treppenanlagen mit Maßnahmen, die die Terrassenanlagen, welche auch als Fluchtweg dienen, den heutigen Sicherheitsstandards anpassen. Hierzu zählen die Überarbeitung und Ergänzung der bestehenden Geländer sowie die Rekonstruktion der größtenteils nicht mehr vorhandenen Außenbeleuchtung nach historischem Vorbild.
  • Reparatur und Ergänzung der Granitpflaster- und der Parkflächen bei teilweiser Rekonstruktion der ursprünglichen, mittlerweile verlorengegangenen Wegeführung.

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Zwischennutzungen des Gebäudes werden durch das ständige und großartige Engagement des Vereins initiiert und organisiert.

Die Genehmigungsbehörden des Landkreises Ludwigslust-Parchim und besonders der Bereich Denkmalpflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin unterstützen das Projekt aus unserer Sicht vorbildlich.

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